Ausstellung und Bildung

Aquarium Zoo Leipzig

Ein zeitgemäßes Aquarium im historischen Jugendstilbau

Das 1910 im Jugendstil errichtete Aquarium des renommierten Leipziger Zoos wurde saniert. Wir durften die Ausstellung im denkmalgeschützten Gebäude neugestalten, inhaltlich überarbeiten und damit den Besuch in ein zeitgemäßes und attraktives Erlebnis verwandeln. Das zweitälteste Aquarium Deutschlands fügt sich nun stärker in die Themendramaturgie des Zoos ein und kann sich so trotz der begrenzten Fläche am weltweiten Maßstab moderner Zoos messen.

Eingang des Aquariums im Jugendstil, Aufschrift erbaut 1910, erneuert 1989

Eintauchen in die Unterwasserwelt

Eine Inszenierung aus Wandcollage und Licht lässt die Besucher*innen gleich im Foyer in die Unterwasserwelt eintauchen. Nach dieser Einstimmung gelangen sie in den historischen, zweigeschossigen Rundbau. Die “Vielfalt im Meer” ist hier rundum in den Becken zu bestaunen: Seepferdchen, Korallen, Quallen, Fische mit unterschiedlichsten Flossen… Doch welche gehört zu welchem Fisch? Am Exponat unter der Freitreppe lässt sich dies mit zwei Drehscheiben herausfinden. Oben umkreisen Haie das Rundbecken. Erstaunlich, dass ihre raue Haut weniger Widerstand erzeugt als eine glatte.

zwei Treppen rechts und links führen im großen Aquariumsraum vom EG ins OG mit Rundbecken
Aquariumsbecken mit Korallen und kleinen bunten Fischen
Aquarium mit Stachelrochen und Wasserpflanzen
Rundbacken-Aquarium mit Rochen und Korallen, dafür eine Infotafel
Besucherin dreht an Rad, Screen wandert durch Tiefsee und zeigt entsprechende Lebewesen
Tiefsee ist nicht gleich Tiefsee! In den unterschiedlichen Zonen leben verschiedene Tiere. Durch Kurbeln am Rad gelangt man in immer größere Tiefen.
Exponat zeigt verschiedene Fischmodelle, ausgewählter Fisch leuchtet und kleiner Screen davor ist an
Unendlicher Reichtum der Meere? Leider nein. Zieht man die Fische heraus, zeigen die Zylinder an, wie es um ihre Art steht. Die Bestände großer Fische sind in unseren Meeren durch Überfischung um 90% zurückgegangen.
Besucher*in klappt eine Luke runter, dahinter befinden sich ein Ballon und zwei Trinkgefäße zum Thema
Besucher*in steht vor einem Screen, der Kunstoff im Bauch eines Fisches zeigt
Plastik im Fisch? Leider, ja. Kunststoffe zersetzen sich im Meer und gelangen in die Nahrungskette.

Am Meeresgrund: die Forschungsstation Tiefsee

Eine Schleuse führt in die Forschungsstation Tiefsee. Vor den “Fenstern” (Screens) schwimmt draußen so einiges umher. Die abgerundeten Formen der Decken und Rahmen sowie die metallischen Oberflächen erinnern an nautische Gefährte: Wie in einem tief unter der Wasseroberfläche liegenden U-Boot erkunden die Besucher*innen hier die Faszination der Tiefsee. Durch Kurbeln am Drehrad gelangen sie in immer tiefere Zonen, lassen bioluminiszente Organismen aufleuchten, probieren, wie groß der Druck unter Wasser ist, und nehmen Mikroplastik im Labor unter die Lupe.

Gang vom Bereich U-Boot zum Aquarium
fluoreszierende Quallen
U-Boot-Bereich mit vier Screens, die wie Fenster des U-Boots wirken, und einem Drehrad
alte Zeichnung von zwei Anglerfischen
Screen zum Thema Mikroplastik auf Tisch, daneben einige Reagenzgläser mit verschiedenen Inhalten

Ein fließender Übergang ins Süßwasser

Das Panoramabecken mit zur Decke hin abgerundeter Scheibe schafft einen fließenden Übergang zur “Welt im Wasser” – dem Süßwasserbereich des Aquariums. Wellenlicht an der Decke des historischen Kopfbaus versetzt auch die Menschen in eine Stimmung unter Wasser. Der kartesische Taucher, den viele auch als Flaschenteufel kennen, führt vor, wie Fische mit ihrer Schwimmblase ab- und wieder auftauchen können. Und mit dem Auftauchen verlassen wir das Aquarium und gehen an Land ins Terrarium.

Übergang vom Aquariumsbecken zum Terrarienbereich
Gang im Terrarienbereich, seitlich davon je zwei Terrarien
nach oben hin geschwungenes großes Aquariumsbecken mit Pflanzen und Fischen

Leistungen

Konzeption und Szenografie

  • Konzeption Themenstruktur, Szenografie und Education-Exponate
  • Planungskonzept, Festlegung der Raumstimmung, Inhalte und Interaktionsschemata Exponatideen,
    Raumvisualisierungen
  • Gestaltung, visuelles Konzept der Ausstellung
  • Projektorganisation

Gestaltung und Planung

  • Planung der Ausstellungsräume und der Exponate
  • Visuelles Konzept der grafischen Gestaltung (inkl. Layout und Typografie)
  • Realisierungsüberwachung aller Installationen und Abnahme der Gewerke
  • Projektkoordination

Projektsteuerung und Realisierung

  • Projektmanagement
  • Produktionsüberwachung und Kostenmanagement

Projektinfo

Auftraggeber: Zoo Leipzig GmbH

Zeitraum: 04/2019 – 02/2022

Ausstellungsfläche: 900 qm

Ansprechpartner

Jan Löken

Geschäftsführung